Unsere drei Wochen in Costa Rica

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Endlich war es so weit, nach 8 Monaten Warten machten wir uns am Morgen des 19. Februar für fast drei Wochen auf den langen Weg nach Costa Rica, das schönste Land Mittelamerikas. Mit uns flogen Frau Geyer und Frau Glas. Nach einigen wackeligen Zwischenfällen, eher mittelmäßigem Essen, schreienden Babys und insgesamt 15 Stunden Flug über das weite Meer, landeten wir gespannt in San José, der Hauptstadt von Costa Rica. Doch die anstrengende Reise hatte sich gelohnt, denn das Wiedersehen mit unseren Ticos - so werden die Costa Ricaner genannt - und deren Familien war wunderschön. Den Abend verbrachten wir nicht wie geplant in unseren Betten, sondern auf einer Willkommensparty mit vielen Ticos aus der Schule. Um 2 Uhr nachts lagen dann auch die letzten im Bett.

In unserer ersten Woche verbrachten wir einen Tag im „Colegio Humboldt“ und lernten so auch den entspannten Unterricht kennen. Bei einer zwei-Tages Tour mit Übernachtung auf der Isla Chira, einer kleinen, im Pazifik gelegenen Insel, konnten wir das erste Mal ins Meer. Am nächsten Tag machten wir dort eine „Tour de Pianguas“, das ist eine Muschel, die normalerweise 30cm tief im Schlamm lebt. Wir kletterten auf der Suche nach der seltenen Muschel auf Pfahlwurzeln durch die Mangrovensümpfe und einige wenige von uns waren auch erfolgreich bei der Muschelsuche. Außerdem konnten wir bei einer Krokodil Tour, auf dem Rio Grande de Tárcoles einige Krokodile und Wasservögel, wie Flamingos sehen. Am folgenden Tag besuchten wir den über 3000m hohen Vulkan Irazú, dessen Krater wir wegen des besonders guten Wetters sehr gut erkennen konnten. Die Stadtbesichtigung in San José beschränkte sich auf eine kurze Stadtführung durch die Haupteinkaufsstraße, das Teatro Nacional und das Museo de Oro, ein Goldmuseum. Dort konnten wir wertvolle Grabbeigaben der Ureinwohner bewundern. Am Freitag organisierte einer der Ticos eine große Hausparty mit über 150 Gästen und das folgende Wochenende verbrachten wir mit unseren Familien. In unserer zweiten Woche brachen wir gleich am Montag zu einem Ausflug, diesmal mit den Ticos, in den Norden des Landes auf. Wir blieben für drei Tage in dem Nationalpark des Vulkans Arenal und wanderten durch den feuchtwarmen Regenwald über 40 Meter hohe Hängebrücken, sogenannte Puentes Colgantes. Den gesamten Nachmittag entspannten wir in heißen Quellen, die aus dem Arenal entspringen. Dort konnten wir uns in 35° heißem Wasser kühle, alkohlfreie Cocktails bestellen. Zum Glück war es ein bewölkter und nieseliger Tag, sodass wir nicht bei 30° Lufttemperatur in 35° heißes Wasser mussten. Auf dem Rückweg nach San José hielten wir in Covedo, wo wir ausgerüstet mit Gummistiefeln, Helmen und Mundschutz durch eine enge, dunkle und äußerst nasse Tropfsteinhöhle voller Fledermäuse, Spinnen und Krebse durch tiefes Wasser waten mussten. Für einige von uns war die Tour zu beängstigend und sie mussten leider vorzeitig umkehren. Um auch einen Eindruck aus der Landwirtschaft Costa Ricas zu erhalten, bekamen wir in Dota eine interessante Führung auf einer ökologisch geführten Kaffeeplantage und testeten erfolgreich unsere Fähigkeiten als „baristas“ (das sind professionelle Kaffeverkoster, ähnlich den Weinexperten). Danach aßen wir selbstgefangene Forellen zu Mittag und zum Nachtisch konnten wir uns unbekannte, exotische Früchte verkosten, die uns ein weiterer freundlicher Betreiber der in der Nähe gelegenen Obstplantage erklärte und anbot. Am Wochenende fuhren wir mit den Ticos und den Austauschgruppen aus Gilching und Hamburg, die zur gleichen Zeit in Costa Rica waren wie wir, an den Pazifik. Dort wohnten wir für drei Tage in Apartments, nahe der Playa Blanca. Unsere letzte Woche brach an. Ein letztes Mal fuhren wir durch die Landschaft und besuchten, passend zur Faschingszeit eine Werkstadt, in der die berühmten Máscaras von Hand gemacht werden. Am gleichen Tag lernten wir auch die traditionelle Herstellung von Zucker kennen. Am Abend war dann schon die Abschlussparty. Wir trafen uns alle in einem Restaurant und ließen uns vom bevorstehenden Abschied nicht die Stimmung verderben. Doch am nächsten Tag war es soweit, wir mussten abreisen. Nach einem traurigen Abschied machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und jetzt bleiben uns noch wunderschöne und unvergessliche Erinnerungen an drei tolle Wochen mit vielen Eindrücken, neuen Freunden und viel Spaß. ¡Pura Vida!

Lilli Knodt und Jana , Klasse 10c

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