Lesung mit Nikolaus Nützel

 Nikolaus Nützel am GymP  Nikolaus Nützel am GymP  Nikolaus Nützel am GymP

Was macht den Mensch zum Menschen?

Mit dieser Frage versuchte der freie Journalist und Jugendsachbuchautor Nikolaus Nützel am Mittwoch, den 8. Mai Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Puchheim zum Nachdenken anzuregen. Nützel, der den Siebtklässlern aus seinem Jugendsachbuch „Sprache“ vorlas, schaffte es, die Gymnasiasten für die Raffinessen unserer Sprache zu begeistern. Anhand von Beispielen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler konnte er ihnen das Phänomen unserer Kommunikation näher bringen und sogar die ungeliebte Grammatik interessant erscheinen lassen.

Wie viele Sätze lassen sich beispielsweise mit vier Wörtern konstruieren? Einer? – Klar! Zwei? – Gut möglich! Acht? – Im Leben nicht! Und doch waren die Siebtklässler in der Lage seiner Vorgabe gerecht zu werden und den Satz „Ich weiß das auch.“ durch einfaches Umstellen der Wörter zu vervielfachen, ohne dass diese Sätze unsinnig wurden. „Faszinierend!“, so das Fazit der Gymnasiasten.

Darüber hinaus gewährte der Münchner den Schülerinnen und Schülern Einblick in den steten Wandel dem Sprache unterliegt. Angefangen bei fremdartig anmutenden mittelhochdeutschen Sätzen bis hin zur gegenwärtigen Jugendsprache durchlief der Autor in Windeseile und mit lustigen Beispielen diese Entwicklung. Dass Sprache lediglich ein Produkt gemeinschaftlicher Übereinstimmung ist, wurde den Zuhörern klar, nachdem sie anschließend kurzerhand ihrer eigene Geheimsprache entwickelt hatten. Diese wurde „Gymnasisch“ getauft und wird von nun an von schätzungsweise fünfundfünfzig Menschen weltweit gesprochen.

Abschließend stand Nikolaus Nützel den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Puchheim für Fragen zu Verfügung. Diese nutzen die Möglichkeit und wollten unter anderem wissen, wie lange das Schreiben eines Buches dauert, wie man überhaupt Autor wird und, ganz wichtig, wie viel man eigentlich mit dem Schreiben von Büchern verdient. Auf all diese Fragen sowie auf die Eingangsfrage bekamen die Siebtklässler Antworten.

Marc Stahlbock