Als Erstes kaufte ich mir einen Cheeseburger

Friedrich Ani liest am Gymnasium Puchheim

„Als Erstes kaufte ich mir einen Cheeseburger, Pommes und eine große Cola“, so beginnt Friedrich Anis Roman „Wie Licht schmeckt“ aus dem der bekannte Münchner Autor am Dienstag, den 5. Dezember am Gymnasium Puchheim den Schülern und Schülerinnen der 9. Klassen und einer Gruppe von Lehramtsstudenten vorlas. Zu seinem 14. Geburtstag wünscht sich Lukas von seinen Eltern, dass er drei Tage lang alleine durch München streifen darf. Natürlich sind seine Eltern dagegen. Lukas hält sich nicht an das Verbot seiner Eltern, er haut ab und erlebt in den drei Tagen, in denen er allein auf sich gestellt ist, die Stadt mit anderen Augen. Als er eine Rolltreppe in falscher Richtung hinunterläuft, prallt er mit einem Mädchen zusammen. Sonja ist 17 und jobbt in einer Kneipe. Diese Tatsache wäre an sich noch nicht ungewöhnlich, wenn sich nicht herausgestellt hätte, dass Sonja blind ist. Trotz ihrer Behinderung fordert sie Lukas auf, am Nachmittag ins Schwimmbad mitzukommen. Dort geschieht das Unglaubliche: Lukas, der nicht schwimmen kann, ertrinkt fast und wird von Sonja gerettet. Von diesem Zeitpunkt an ist nichts mehr wie früher: es entsteht nicht nur eine zärtliche Liebesgeschichte zwischen Lukas und Sonja, sondern Lukas lernt die Welt um sich herum mit anderen Sinnen wahrzunehmen - Sonja zeigt ihm, „wie Licht schmeckt“.

Lukas’ Erfahrung, die Welt einmal anders wahrzunehmen, haben auch die Schülerinnen und Schüler aus Puchheim nachvollzogen. Im Rahmen eines Buch-Projekts, bei dem sie eine Ausstellung über Friedrich Anis Roman konzipierten, haben die 9. Klässler nicht nur im Selbstversuch ausprobiert, was es heißt, blind zu sein, sondern eine Schülergruppe hat sogar einen Nachmittag zusammen mit einer blinden Frau verbracht, die den staunenden Schülern gezeigt hat, wie geschickt sie ihren Alltag bewältigt.

Anke Stemmer-Rathenberg Friedrich Ani liest sein Buch Friedrich Ani wird von einem Schüler interviewt