54 und 1 - Frauensache?

Gruppenfoto beim Bürgermeister
In Puchheim beim 3. Bürgermeister Dr. Reinhold Koch
Gruppenfoto in Farnborough
In Farnborough 2006
Luftbild von Farnborough Hill
Luftbild von Farnborough Hill
Schulgebäude
das Schulgebäude
Blick auf die Abtei der Schule
Blick auf die Abtei der Schule
Bibliothek
Bibliothek

Was sich hier eher wie eine biologische Beschreibung liest, ist nur die kurze Darstellung, wie der Austausch der Schulen Farnborough Hill und dem Gymnasium Puchheim besetzt war: 25 englische und 25 deutsche Schülerinnen, sowie drei englische Lehrerinnen (Frau Carole Cantor, Liz Hales, Sue Burtsal), eine deutsche Lehrerin (Frau Sabine Merkel) und ein deutscher Lehrer (Herr Alwin Bergmann). Da Farnborough Hill eine Mädchenschule ist, nahmen nur Schülerinnen an diesem neuen Austausch teil. Das männliche Element war nebenher geduldet. Anfang März war die Puchheimer Gruppe in Farnborough Hill und besuchte eine Woche lang den Unterricht.

Dass Uniformen an englischen Schulen zum Erkennungszeichen der Schulen gehören, war unseren Schülern vertraut. Die hellgrün, dunkelgrün und rotbraun gestreiften Blazer von FBH werden respektlos deckchair (Liegestuhl) genannt. Dass auch die Schuhe vorgeschrieben werden, war neu. Deren kleidsame Form und trendige Farbe braun weckten immer wieder Begeisterung.

Abgesehen von diesen Äußerlichkeiten war auch der Schulalltag von Besonderheiten geprägt. Diese Privatschule ist in dem Haus der französischen Kaiserin Eugénie, das sie nach dem Tode ihres Ehemannes Napoleon III gekauft hatte, untergebracht. Das Haus ist im viktorianisch-gotischen Stil erbaut und wurde von der Kaiserin im Laufe der Jahre immer wieder erweitert. Das Gelände, auf dem die Schule steht, ist so groß, dass die Kaiserin eine Abtei mit einem Mausoleum für ihren Gatten, ihren Sohn und sich bauen ließ. Der Fußweg dorthin dauert knappe 15 Minuten.

Wenn man die Hauptstraße Richtung Farnborough verlässt und in die Auffahrt zum Schulgebäude einbiegt, sieht man nach dem Domizil des Hausmeisters zu seiner Linken einen Wald aus Rhododendren, der plötzlich den Blick auf das herrliche Anwesen freigibt. Von dem Auffahrtsplatz vor dem Schulgebäude überblickt man Teile des immensen Schulgeländes. So weitläufig wie das Schulgelände ist, so weit und verwinkelt ist auch der Komplex selbst. Anfangs waren wir um die kundige Führung der Gastgeber sehr froh, dann aber fanden wir uns gut zurecht.

Neben den Klassenzimmern war ein wichtiger Aufenthaltsort das Refektorium. In diesen altehrwürdigen Mauern genossen die Schülerinnen ein abwechslungsreiches Essen, das in der schuleigenen Küche frisch gekocht wurde. Neben vielen Erinnerungsstücken an den Kaiser Napoleon III blickten auch zwei die Päpste Johannes-Paul II und Benedikt XVI auf die essenden Schülerinnen herab.

Neben dem Unterricht erlebten wir einen musikalischen Abend, der ohne große Vorbereitung, wie Proben während der Unterrichtszeit oder akustische Präsenz im Schulhaus, so zu sagen aus dem Stegreif entstand. Ein zweistündiges Programm zeigte die Vielfalt der Musikerziehung und deren hohe Qualität eindrucksvoll auf.

Sonst ist der Gegenbesuch bei Austauschprogrammen oft zeitlich weit entfernt, doch dieses Mal kamen die Partnerinnen schon nach zwei Wochen, so dass die Freundschaften noch recht frisch waren. Die englischen Schülerinnen genossen natürlich die Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie in der Schule anziehen wollten und die freien Nachmittage.

Eine gemeinsame Unternehmung konnten wir in Puchheim durchführen, was auch zu einem besseren Kennenlernen führte. Die Schülerinnen haben in dieser Zeit viele landeskundlichen Aspekte gelernt und am eigenen Leib erfahren. Diese Erlebnisse bleiben im Gedächtnis der Schülerinnen, und sie werden sich gerne an diese Zeit erinnern. Da recht viele sich privat besuchen wollen, könnte dies für mache eine neue Freundschaft bedeuten.

Danken möchten wir der Schulleitung für ihre Hilfe und denjenigen Kollegen unserer Schule, die uns bei unserem Austauschprojekt unterstützt oder wenigstens keine Hindernisse in den Weg gelegt haben.

Alwin Bergmann, Sabine Merkel