Augusta 2006

die Schülerinnen steigen in den Schulbus
Boston Airport
Leuchtturm
Portland Lighthouse
Gruppenbild im State House
State House
Hummer mit Maiskolben und saurer Gurke
Acadia National Park Lobster Bake
Eingang zur Cony High School
Cony High School
Gruppenbild
Boston MIT

Bereits eine kleine Ewigkeit ist vergangen, seit wir wieder in Deutschland sind. Wir, das sind die 20 ausgewählten Schüler der 10. Klassen und die Lehrerinnen Frau Flächer und Frau Schneider. Wieviel sie mit uns durch gemacht haben, kann wohl keiner im Nachhinein sagen. Doch eines wissen wir alle: An dem Tag, an dem wir Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verlassen haben, waren wir uns alle sicher, dass die Zeit, die wir dort verbracht haben, wohl eine der besten unseres Lebens gewesen ist. Doch wo ein Ende ist, gibt es auch einen Anfang, der voller Aufregung begann.

Am 1. September sollten wir vom Münchner Flughafen abfliegen. Nach einmal umsteigen, einem beinahe verpassten Anschlussflug in Paris und einem vorzüglichem Flugzeugessen, erreichten wir schließlich um 12 Uhr nachts deutscher Zeit den Bostoner Flughafen. Dort wurden wir gleich freudig von der amerikanischen Lehrerin Frau Orth begrüßt. Egal, wie nahe wir schon einem Wachkoma waren, unsere Aufregung legte sich auch während der 4-stündigen Busfahrt nach Augusta nicht. Augusta liegt zentral im Staat Maine und hat hochgerechnet 22000 Einwohner.

Jedoch betrachtete man die Stadt erstmal, konnte man ganz schnell auf den Gedanken kommen, dass dort alles ganz anders sein würde als zu Hause. Die Häuser waren auf der doppelten Fläche als Puchheim gebaut. Die Malls waren nicht nur 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche geöffnet, nein, sie waren zudem 5-mal so groß wie unser bescheidenes AEZ. Doch als wir ankamen, hatten wir noch keine Ahnung von der schlimmsten Seuche, die bald den größten Teil von uns befallen würde. Wen es nicht schon in der ersten Woche erwischte, der bekam das Dunkin-Donut-Fieber spätestens in Boston, am Ende unserer Reise.

Da wir an dem Wochenende des Labour Day ankamen, hatten wir auch noch ein verlängertes Wochenende, was uns sehr recht war. So betraten wir am Dienstag früh erholt die Cony High School, um bei einem amerikanischen „Welcome Breakfast“ nochmals herzlich eingeführt zu werden. Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Am Mittwoch fuhren wir nach Portland, um die Stadt per Bus und Schiff zu besichtige Der Höhepunkt des Tages waren nicht die Robben und auch nicht „Eartha“, der größte Globus der Welt, sondern die Shoppingtour durch die Factory Outlets von Freeport. Am Donnerstag besuchten wir das „Living History Center“ in den Norlands. Auch wir mussten in der 200 Jahre alten Schule stramm sitzen und englische Texte vorlesen, die Lehrerin wurde respektvoll mit „Ma’am“ angesprochen. Als Höhepunkt der Zeitreise bekamen einige die Namen der in ganz Maine im XX. Jahrhundert berühmten Washburn-Familie zugeteilt, die sie dann den Rest des Tages verkörperten.

Der Freitag kam. Wir fuhren nach der Schule direkt ans Meer in den Acadia National Park. Abends ging es zum berühmten „Lobster Bake“. Die Bauanleitung eines Ikea Regals wäre verglichen mit dem Knacken der Schale und dem korrekten Verzehrs eines Hummers, einfach. Dabei brauchte man aber eher Humor als Verstand. Zurück am Zeltplatz kam, was alle weggehofft hatten. Es begann zu regnen. Doch auch wenn das nicht das Ende der Nacht bedeutete, war spätestens um eins mit den gereizten Worten „and I mean it“!!!, Schluss.

Am nächsten Tag standen eine lange Wanderung sowie die Besichtigung des einst als Ferienort der High Society bekannten Orts Bar Harbor auf dem Plan.

Ich könnte an diesem Punkt anfangen zu erzählen, was wir in den folgenden zwei Wochen alles erlebt haben, aber dafür würde ein ganzer Jahresbericht nicht reichen. Die nächsten zwei Wochen vergingen wie im Flug. Ein besonderes Highlight: der Besuch beim im Regierungssitz des Govenors von Maine. Oder eher bei einem seiner Stellvertreter, jedoch sehr interessant. Das letzte Wochenende in Augusta verbrachten wir bei unseren Familien, um dann am Mittwoch frisch erholt nach Boston aufbrechen zu können. An dieser Stelle möchte ich Augusta jedoch noch nicht verlassen, denn es gibt etwas, was am 18.9., zwei Tage vor unserer Abreise, passiert ist. Eigentlich ein ganz normaler Schultag. Hätte ich gewusst, was man mir am Abend passieren würde, ich wäre vermutlich nicht einmal aufgestanden. Um es nicht noch spannender zu machen: am Abend waren einige von uns eingeladen, einer Tagung des Stadtrats in der Town Hall beizuwohnen. Nun ja, nichts besonderes, wäre da nicht die Tatsache gewesen, eine Rede zu halten, frei ohne Zettel, ohne vorbereitet zu sein und als Highlight: Ich erfuhr davon ganze fünf Minuten vorher! Na ja, ich danke unseren Lehrerinnen dafür, denn das ganze wurde im Fernsehen übertragen. Live!

Dann kam der traurige Mittwoch. Bei einem Abschiedsdinner mit einer Fotopräsentation und einigen kleinen deutschen Showeinlagen, wurden wir dann mit einem High-School-Zertifikat nach Boston entlassen. Mit unseren Worten „and we wave our handkerchiefs and say good bye bye bye bye bye….” saßen wir dann auch schon im Bus nach Boston.

Welch eine tolle Stadt. Hier verbrachten wir noch einmal drei tolle Tage. Das Flair und die Atmosphäre verzauberten uns so sehr, dass am Flughafen die letzen Abschiedstränen flossen, denn war die Zeit doch so schön gewesen, wollte man doch nicht begreifen, dass es nun schon vorbei war. Doch dies ist, wie es scheint schon wieder eine kleine Ewigkeit her, seit der wir wieder in Deutschland sind.

Sonja Westermann, 10a