Damit so etwas nie passiert!

Marc Höpfner Der Amoklauf in Winnenden zu Beginn des Schuljahrs hat die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Puchheim sehr betroffen gemacht. Besonders in den Klassen der Mittelstufe bestand ein großer Gesprächsbedarf. Dabei stellte sich auch die Frage, wie man mit dem Thema angemessen im Unterricht umgehen kann. Mittlerweile gibt es auf dem Buchmarkt eine ganze Reihe an Jugendbüchern, die sich mit dem Thema „Amoklauf“ befassen und die versuchen, nicht nur die Ursachen und Hintergründe der schrecklichen Tat zu beleuchten, sondern auch Freunde und Mitschüler zu sensibilisieren, damit so etwas nicht wieder passiert. Zu diesen Büchern gehören neben Morten Rues „Ich knall euch ab“ auch Titel wie „Kill“ von Mats Wahl, „Alessas Schuld“ von Brigitte Blobel, „Und dann Totenstille“ von Robert Harnum oder „Amok“ von Harald Tondern. Die Klassen 9a und 9c haben in Gruppenarbeit diese Bücher gelesen und den Münchner Autor Marc Höpfner, der ebenfalls ein Buch über einen Amoklauf geschrieben hat, zu einer Autorenlesung an die Schule eingeladen. Marc Höpfers 2001 erschienener Roman „Pumpgun“ ist der erste Roman, der zu diesem Thema geschrieben wurde, Höpfer hat ihn noch vor Columbine und Erfurt verfasst. Der Anlass war vielmehr ein persönlicher. Höpfner wurde unmittelbar nach seinem Abitur in einen schweren Autorunfall verwickelt. Als er noch am Unfallort aus der Bewusstlosigkeit erwachte, blickte er in die Gesichter schaulustiger Menschen, die das Geschehen eisessend verfolgten, als säßen sie vor dem Fernsehen. Diese Bilder, die Höpfner bis heute nicht losgelassen haben, ließen ihn über die Wahrnehmung medialer Bilder nachdenken. Nicht das Fernsehen sei die Wirklichkeit, so Höpfner, sondern die Wirklichkeit sei für viele zum Fernsehbild geworden. In Puchheim las der Autor fünf Textpassagen aus seinem Roman vor, die vor allem auf dieses Phänomen aufmerksam machten, auch, wenn wie Höpfner erklärte, mittlerweile der Computer und nicht der Fernseher, wie das in seiner Jugend der Fall war, für Jugendliche die größere Anziehungskraft habe. In dem anschließenden Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern, äußerte sich Höpfner vor allem zu seiner, wie er findet, nicht ganz einfachen Rolle als Autor eines „Amoklauf“-Romans, die ihm, als der das Buch geschrieben hat, so noch nicht bewusst war, da ja auch sein Roman dazu beitrage, die Aufmerksamkeit auf die Taten von Menschen zu lenken, die sie nicht verdient hätten. Auf die Frage einer Schülerin, ob er glaube, dass man durch die Lektüre von Romanen solche Taten in Zukunft verhindern könne, räumte Höpfner ein, dass sie zumindest einen Beitrag leisten können, die Leser zu sensibilisieren und bewusst zu machen, welches Leid man den Betroffenen zufügt. Ob Computerspiele wirklich so gefährlich seinen, wie es in der Presse dargestellt werde, wollte ein weiterer Schüler wissen. Höpfners Antwort hierauf: das Spielen an sich sei noch nicht gefährlich, auch nicht die Tatsache, dass man vielleicht mal eine Nacht durchspielt, wichtig sei jedoch, dass man sich nicht im weitesten vorstellen könne, die virtuelle auf die reale Welt zu übertragen. Den Eltern komme hierbei eine wichtige Rolle zu. Sie seien die Hauptverantwortlichen, ihren Kindern einen angemessenen Umgang mit dem Computer zu vermitteln.

A. Stemmer-Rathenberg