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Systematisches Feedback

Das Gymnasium Puchheim führt seit dem Schuljahr 2019/20 als Baustein der internen Evaluation systematisches Schülerfeedback der Klassen 5-11 durch. Auf dem Schulentwicklungsworkshop 2025 wurde der Fragenkatalog gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen inhaltlich sowie sprachlich überarbeitet und um die 12. Jahrgangsstufe erweitert. In Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern des Elternbeirats wurde zudem eine Elternbefragung entwickelt, die im April 2026 zum ersten Mal umgesetzt wurde. Im Schuljahr 2026/27 ist geplant, eine Befragung der Lehrkräfte durchzuführen.

Wichtig: Es geht nicht um Feedback zum Unterricht und/oder zu einzelnen Lehrkräften, sondern um die Abfrage sozialer, motivationaler, kommunikativer und organisatorischer Ist-Zustände.

Systematisches Schülerfeedback

Ausgewählte Ziele des Schülerfeedbacks

  • Selbstreflexion des Standes in der Gemeinschaft des Gymnasiums Puchheim (z.B. Fühle ich mich wohl im Klassenverband/in der Schule? Wie bewerte ich den Umgang miteinander? Kenne ich wichtige Ansprechpersonen, wenn ich Hilfe benötige?)
  • Selbstreflexion bzgl. der Motivation (z.B. Kann ich mich selbst zum Lernen motivieren?)
  • Selbstreflexion zur Organisation des Alltags und der Lernprozesse (z.B. Nutze ich die Schließfächer im GymP? Komme ich gut mit den iPads zurecht?)
  • Ausloten von Verbesserungspotenzial vor allem im Klassenverband (Klassenrat), aber auch im Rahmen der SMV (gemeinsam ins Gespräch kommen)
  • Gemeinsame Entwicklung neuer Ziele zur Verbesserung des Schulalltags
  • Erkenntnisgewinn bzgl. des Befindens der Schülerinnen und Schüler für die Lehrkräfte

Organisation und technische Umsetzung

Die systematische Befragung der Schülerinnen und Schüler findet jährlich Ende Januar / Anfang Februar, die der Eltern voraussichtlich alle zwei Jahre im April/Mai statt und wird mit dem Tool „lamapoll“ umgesetzt.

Die Befragung der Schülerinnen und Schüler findet nach Sonderplan digital während der Unterrichtszeit statt, die Eltern bekommen den Teilnahmelink via Elternportal.

Die Ergebnisse des Schülerfeedbacks (ganze Jahrgangsstufen sowie Einzelklassen) werden Mitte Februar an alle Kolleginnen und Kollegen übermittelt, diejenigen der Elternbefragung an die Mitglieder des EB im Mai.

Wirksamkeit des Schülerfeedbacks

Das systematische Schülerfeedback stößt gezielt kommunikative Dynamiken an (siehe Schaubild des Prozesses), in die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, aber auch die Eltern der 5. Klassen mit einbezogen sind.

  • Nach der Übermittlung der Ergebnisse können Kolleginnen und Kollegen der Klassenteams valide Ergebnisse ihrer Klasse auswerten, bewerten und diskutieren.
  • Im folgenden Klassenrat werden die Ergebnisse offen diskutiert, Verbesserungsvorschläge formuliert und Ziele gesetzt. Immer wieder bestätigt sich aber auch, dass keine Verbesserungen notwendig sind – auch diese Erkenntnis stärkt die Klassengemeinschaft.
  • Die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge und das Erreichen der Ziele werden wieder im nächsten Klassenrat überprüft.
  • Im folgenden Klassenelternabend der 5. Klassen dienen die Ergebnisse als valide Gesprächsgrundlage.

Die Schülerinnen und Schüler im Blick

Inzwischen ist das systematische Schülerfeedback am Gymnasium Puchheim institutionalisiert, Schülerinnen und Schüler erfahren die Sinnhaftigkeit individueller Reflexion sowie gemeinsamer, faktenbasierter Kommunikation und Partizipation. Klassenverbände und somit die gesamte Schulgemeinschaft profitieren von diesem Prozess.

Schaubild: Systematisches Schülerfeedback, Kommunikationsdynamik und deren Wirkung

Systematisches Elternfeedback

Ausgewählte Ziele des Elternfeedbacks

  • Reflexion und Feedback an die Lehrkräfte sowie Schulleitung zu den Themen „Kommunikation und Organisation“, „Schulklima“, „Unterricht, Erziehung, Beratung“ und „Zufriedenheit“
  • Schaffung einer validen Gesprächsgrundlage z.B. für EB-Sitzungen gemeinsam mit der Schulleitung
  • Gemeinsames Erarbeiten von Verbesserungen in oben genannten Themenfeldern

Systematisches Lehrerfeedback

Im Schuljahr 2026/27 ist geplant, eine Befragung der Lehrkräfte durchzuführen.

Individuelles Schülerfeedback

Rückmeldung

… zum eigenen Unterricht kann man auf unterschiedliche Weise einholen, schriftlich oder mündlich, mit standardisierten Fragebögen oder mit einem „Jahreszeugnis für den Lehrkräfte“.

Ablauf

  • Jede Lehrkraft holt ein- bis zweimal pro Jahr von einer Lerngruppe ein Feedback ein.
  • Sie informiert die Schülerinnen und Schüler über dieses Feedback,
  • wertet es aus und
  • bespricht mit den Schülerinnen und Schülern zeitnah die Ergebnisse und Folgerungen.
  • Als Feedbackbogen ist die Verwendung von EMU (Evidenzbasierte Methoden der Unterrichtsdiagnostik und -entwicklung, herausgegeben von der Universität Koblenz-Landau und der Kultusministerkonferenz:  www.unterrichtsdiagnostik.info) denkbar, auch die entsprechenden Bögen des ISB können Verwendung finden (http://www.interne-evaluation.isb.bayern.de/prozessqualitaeten/).
  • Verwendung des Tools feedbackschule.de

Andere Möglichkeit

Das Klassenteam beschließt am Anfang des Schuljahres, dass zwei bis drei Fächer per Los ermittelt werden, in denen ein Feedback eingeholt wird. Das weitere Vorgehen erfolgt wie oben beschrieben.

 

Das Schülerfeedback kann nur funktionieren, wenn wir als Schulgemeinschaft das Feedbackgeben auch erlernen können und wollen. Es geht hier nicht um Bashing von Schule, emotionale Lehrkräfteschelte, Pauschalisierungen oder um unrealistische Ideen. Wir wollen mit zielgerichteten und erprobten Fragen ein ehrliches Feedback von Ihnen, Ihren Kindern und von Lehrkräften, damit wir die Bedürfnisse besser kennenlernen, Klassenleitungen über die Klassensituation mit Ihren Kindern ins Gespräch kommen und wir Lehrkräfte unseren Unterricht weiter verbessern. Im Gegenzug sichern wir zu, dass wir systematisches wie individuelles Feedback ernst nehmen und mit Ihren Kindern bzw. dem Elternbeirat besprechen, Folgerungen ziehen und mit dem Feedback vertrauensvoll umgehen. Der Fragebogen zum systematischen Schülerfeedback spiegelt die Situation von Klassen valide wider, weshalb wir mit diesem Instrument als Gesprächsgrundlage für den Klassenrat sehr zufrieden sind und unsere Schüler*innen gezielter in den Blick bekommen. Hinsichtlich des individuellen Schülerfeedbacks wollen wir die pädagogische Freiheit der einzelnen Kollegen nicht beschneiden, weshalb es freiwillig ist. Wir sind andererseits aber vom hohen Wert des individuellen Schülerfeedbacks als sinnvollem Baustein der Unterrichtsentwicklung überzeugt.